Schon über ein Jahr ist es nun her, dass ein Flug mich ins Ausland geführt hat. Zwar waren schon einige Flugrouten in SkyDemon von mir von A bis Z geplant gewesen, aber sowohl mangelnde Zeit als auch unpassendes Wetter haben mir immer und immer wieder einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht.

Gottseidank kam dann der 13.10.2018: An diesem Tag war bestes Flugwetter angesagt, sowohl lokal als auch im benachbarten Frankreich! Bernd und ich hatten schon seit Längerem vor, endlich einmal eine längere Strecke zu fliegen. Und nun bot sich der Tag dazu hervorragend an.

Tags zuvor beschlossen wir, nach Bourg-en-Bresse (LFHS) zu fliegen: 

Für einen eintägigen Trip sehr gut erreichbar und ausgestattet mit einer Tankstelle (mit Total-Tankkarte) und einem Restaurant direkt am Platz. Das sollte alle unsere Bedürfnisse erfüllen, und so kontaktierte ich noch einmal den Flugplatz, ob morgen eine Landung für unsere D-MAAO möglich wäre, was auch direkt bejaht wurde.

Die Flugroute sah wie folgt aus:

flugstrecke

 

Einmal recht direkt über den Schwarzwald unter Vermeidung der Fallschirmspringer-Zone in Rottweil, dann ein „Durchtauchen“ unter dem Luftraum C des Flughafens Basel-Mulhouse und dann ziemlich genau an der Westflanke des Jura-Gebirges entlang bis nach Bourg-en-Bresse. Soweit, so gut…

Am nächsten Tag trafen wir uns morgens um halb neun auf dem Nortel, um dort alles vorzubereiten, den Flieger zu checken und den Kraftstoffvorrat zu ergänzen. Nachdem all das erledigt war, rief ich ein letztes Mal in LFHS an, die mir auch dieses Mal wieder bestätigten, dass eine Landung dort kein Problem sei. Im Anschluss sahen wir uns dann noch die NOTAMs und den Wetterbericht an, die aber beide keinerlei Besonderheiten für unseren Flug bereithielten. Also aktivierte ich unseren Flugplan für 9:30 Uhr, der darauffolgende Start war unspektakulär – den Hinweg übernahm Bernd auf dem Pilotensitz.

Bei bestem Wetter flogen wir unser erstes Leg, und hatten dabei Gelegenheit, unsere schwäbische Alb von oben zu bewundern:

 

Die Sichtweite betrug zu dieser Uhrzeit schon deutlich über 50 km, sollte sich aber im Laufe des Hinfluges noch signifikant verbessern.

So führte uns unser Weg langsam aber sicher in den Schwarzwald hinein:

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Nach weiteren 20 Minuten passierten wir in einiger Entfernung den mit 1.493 Metern höchsten Berg des Schwarzwalds, den Feldberg:

 

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Diesen ließen wir sprichwörtlich „links liegen“ und nach ein paar weiteren Kilometern war schon die Rheinebene in greifbarer Nähe. Um dort unter dem kontrollierten Luftraum des Euro-Airports in Basel „durchtauchen“ zu können, versetzten wir die D-MAAO in den Leerlauf und sanken so schnell es uns möglich war… es war trotz allem ein mulmiges Gefühl, links und rechts von sich noch die Berge deutlich höher aufragen zu sehen, als man selbst an Höhe hatte.

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Da wir leider keine Freigabe zum Durchflug des Luftraumes C in Mulhouse hatten, mussten wir leider tatsächlich sehr weit nach unten.

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In 1.000 ft AGL mussten wir über den Forêt de la Hardt fliegen, der eines der ausgedehntesten Waldgebiete Europas darstellt – und an der Stelle eine Breite von knappen 20 km aufwies. Gottseidank lief unser Rotax wie ein Uhrwerk…

 

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Wir durchflogen die sogenannte „Burgunder Pforte“, weiterhin in maximal 1.000 ft AGL, um den Luftraum über uns nicht zu verletzen. Dabei passierten wir den Flugplatz Mulhouse-Habsheim im Süden, dort war auch reger Verkehr zu verzeichnen, weshalb uns FIS aufforderte, die Frequenz ebenfalls abzuhören.

Danach kamen wir ins fliegerische „Niemandsland“: Bis auf den Flugplatz in Pontarlier befindet sich dort kein einziger Landeplatz, obwohl die Gegend dort teilweise an die Toskana erinnerte: Große Landparzellen mit Gutshäusern im mediterranen Stil laden dort zu einer näheren Begutachtung ein. Im Vorland des Jura ist alles relativ eben, wenn auch die Höhe mit 800 Metern schon fast Mittelgebirgscharakter hat. Seen und Flüsse durchziehen das ganze Gebiet schräg von Nord-Ost nach Süd-West. Alles in allem sehr schön anzusehen. Ein ständiger Begleiter war uns der Mont Blanc: Dieser war ab Rottweil bis zur Landung in Bourg-en-Bresse ständig klar und deutlich zu sehen.

Je weiter wir nach Süden kamen, umso mehr ähnelte die Gegend unserer schwäbischen Alb:

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Die Landung in Bourg-en-Bresse war völlig problemlos, trotz dessen, dass wir den Funk auf Französisch managen mussten – aber für uns alte „Abitur-Französisch-Hasen“ kein Problem ;-)

 

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Der Flugplatz in Bourg-en-Bresse ist direkt neben der Autobahn gelegen, daher war er mir durchaus bekannt – fuhren wir doch fast jedes Jahr an ihm vorbei auf unserem Weg in den Süden. Nun war es uns also endlich vergönnt, auch einmal dort zu landen. Nach knapp zweieinhalb Stunden und einer gekonnten Landung von Bernd konnten wir die Zodiac zum Parkplatz am Turm bewegen und dort parken.

 

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Das Wetter war nach wie vor perfekt, sodass wir – nachdem wir den Flugplan telefonisch geschlossen hatten – uns nach etwas zu Essen umsahen.

Das Restaurant am Platz ist klein aber fein, allerdings war von der relativ überschaubaren Karte schon fast die Hälfte ausverkauft, sodass Bernd und ich eine nicht allzugroße Auswahl hatten. Er entschied sich für einen Salat, ich selbst wählte – nach einer Nachfrage beim Kellner – ein Gratin mit Andouillette. Allerdings wusste ich über die Bestandteile der Andouillette erst nach Bestellung und Recherche im Internet Bescheid, sodass ich – glücklicherweise rechtzeitig – meine Bestellung auch noch zugunsten eines Salates abändern konnte.

Nach unserem Mittagessen war nun Tanken angesagt. Der Flugplatz verfügt über eine automatische Tankstelle über das TOTAL-Carnet, das ich auch mit eingepackt hatte. Somit war der Tankvorgang innerhalb von zehn Minuten abgeschlossen, und wir waren abflugbereit. Den Rückflug über dieselbe Route übernahm dann ich, und Bernd hatte die Möglichkeit, mit seiner GoPro wirklich schöne Bilder und Videos aufzunehmen:

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Das Panorama war mehr als beeindruckend, der Mont Blanc war uns wieder ein treuer Begleiter von Bourg-en-Bresse bis weit über Freiburg hinaus. Der Rückflug verlief komplett ereignislos, lediglich Langen Information war anscheinend nicht besetzt – was uns aber nicht daran hinderte, nach Flugplan bis nach Hause zu fliegen.

 

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Das Panorama war mehr als beeindruckend, der Mont Blanc war uns wieder ein treuer Begleiter von Bourg-en-Bresse bis weit über Freiburg hinaus. Der Rückflug verlief komplett ereignislos, lediglich Langen Information war anscheinend nicht besetzt – was uns aber nicht daran hinderte, nach Flugplan bis nach Hause zu fliegen.

 

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Kurz nach 17 Uhr landeten wir dann auf dem Nortel, mit einer wirklich wunderschönen Flugerfahrung im Gepäck.