Ultraleichtflugzeug

Was ist ein Ultraleichtflugzeug?

Ultraleichfliegen ist die in der allgemeinen Luftfahrt jüngste Sparte, welche sich in den letzten Jahren mehr und mehr etabliert hat. Das ultraleichte Fliegen hatte seine Anfänge bereits in den frühen 70er Jahren und hat seitdem enorme Fortschritte hinsichtlich Sicherheit, Technik und Performance gemacht.

Die Vorteile, welche das Ultraleichtfliegen heutzutage für viele so attraktiv machen, sind die deutlich niedrigeren Kosten der Flugzeuge und Charterpreise gegenüber klassischen Sportflugzeugen, sowie einen einfachere und schnellere Ausbildung.

Heutige Ultraleichtflugzeuge bestehen aus hochmodernen Materialien und werden nach dem neusten Stand der Technik produziert. Es sind immer sparsamere und leisere Flugzeuge anzutreffen .Darüber hinaus wird bei Ultraleichtflugzeugen der Faktor “Sicherheit” besonders groß geschrieben: Alle UL´s sind heutzutage mit einem Ganzrettungssystem ausgestattet, welches im Notfall das Flugzeug mit Pilot an einem großen Fallschirm zu Boden gleiten lässt. Die Flugleistungen liegen dabei auf einem sehr hohen Niveau und zum Teil deutlich über den klassischen Sportflugzeugen.

Einzuordnen sind Ultraleichtflugzeuge in der Klasse der “Luftsportgeräte” und unterliegen dadurch vereinfachten Zulassungs- und Wartungsvorschriften.

Es wird unterschieden zwischen gewichtskraftgesteuerten Ultraleichtflugzeugen und Aerodynamisch gesteuerten Utraleichtflugzeugen.

  • Aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge (z.B. unsere Zodiac)
    • Aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge werden zur Steuerung durch Ruderausschläge um Längs-, Quer- oder Hochachse gedreht, man spricht daher auch von Drei-Achs-Steuerung. Außer bei Doppeldecker-Bauformen ist die Sitzanordnung in der Regel nebeneinander.
  • Gewichtskraftgesteuerte Ultraleichtflugzeuge
    • Gewichtskraftgesteuerte Ultraleichtflugzeuge besitzen keine Ruder, die Steuerung erfolgt durch Gewichtsverlagerung bzw. Schwenkung der gesamten Flügelfläche. Dies wird bei uns nicht ausgebildet.

Vor – und Nachteile des Ultraleichtfliegen

Vorteile:

  • hohe Sicherheit dank Ganzrettungssystem
  • relativ günstige Charterkosten
  • leise, sparsam, umweltfreundlich
  • saisonunabhängig z.B. gegenüber dem Segelflug
  • kurze Start / Lande – Strecke

Nachteile:

  • maximal 2 Personen (inklusive Pilot)
  • relativ geringe Zuladung
  • teilweise relativ windanfällige Flugzeugtypen
  • kein Nachtflug möglich
  • kein Instrumentenflug möglich

Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Beide Teile werden durch unsere ehrenamtlichen Fluglehrer angeboten.

Theoretische Pilotenausbildung:

Sie werden in der Regel innerhalb von 60 theoretischen Unterrichtsstunden in den folgenden Fächern ausgebildet:

  • Luftrecht
  • Flugfunk
  • Navigation
  • Meteorologie
  • Technik
  • Pyrotechnik für das Rettungsgerät mit Raketenantrieb
  • Verhalten in besonderen Fällen
  • Menschliches Leistungsvermögen

Abschließend zur theoretischen Ausbildung findet eine Theorieprüfung statt. In dieser Prüfung werden Ihnen zu jedem Fach durchschnittlich 40 Fragen gestellt. Zur Lösung stehen Ihnen pro Frage 4 Antwortmöglichkeiten zur Verfügung, welche im Multiple-Choice Verfahren beantwortet werden müssen. Bei mindestens 85% richtigen Lösungen gilt ein Prüfungsfach als bestanden. Alle Fächer müssen bestanden werden.

Die Prüfung zur pyrotechnischen Einweisung wird in der Regel durch die Fluglehrer vor Ort durchgeführt. Auch diese Prüfung muss im Multiple-Choice Verfahren gelöst werden.

Bis zum ersten Alleinflug (Solo) in der praktischen Ausbildung muss zum einen die fliegerische Tauglichkeit nachgewiesen und die theoretische Prüfung erfolgreich abgelegt worden sein.

Praktische Pilotenausbildung:

Die Praktische Ausbildung wird mit unserem Vereinsflug, einer Zodiak mit 100 PS durchgeführt.

  • 30 h Flugzeit auf aerodynamisch gesteuerten Ultraleicht Flugzeugen
  • davon mindestens 5 h Alleinflugzeit
  • Starts und Landungen auf verschiedenen Flugplätzen
  • Außenlandeübungen mit Fluglehrer
  • Mindestens zwei Überlandflüge (> 200 km mit Zwischenlandung)
  • theoretische und praktische Einweisung in besondere Flugzustände
  • Verhalten bei Notfällen

In der Praxisschulung werden Sie mit dem Flugzeug vertraut gemacht und lernen die selbständige Durchführung von Start und Landung. Der erste Teil der Ausbildung mündet nach etwa 10 Flugstunden im ersten Alleinflug. In der weiteren praktischen Ausbildung werden die fliegerischen Fähigkeiten vertieft und mit der praktischen Prüfung abgeschlossen.

 Voraussetzungen für den SPL – F Ultraleichtflugschein

  • Beginnen kann man die Ultraleicht-Ausbildung mit 16 Jahren
  • eine Höchstgrenze für das Alter gibt es nicht
  • Lizenzerteilung ab einem Alter von 17 Jahren
  • Gesundheitliche Überprüfung durch einen Fliegerarzt
  • ein wenig technisches Verständnis
  • hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Erklärung über schwebende Strafverfahren
  • Führungszeugnis gemäß § 30 Bundeszentralregistergesetz