ein Flugbericht von Tobias in Frankreich

 

Nachdem ein Flug mit der deutschen Ultraleichtlizenz in Frankreich leider aufgrund der gültigen Bestimmungen nicht möglich war, fand ich mit dem Aeroclub de Béziers einen tollen Ansprechpartner für Flüge im Süden für Frankreich. Rodolphe Deverdun (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) war mein direkter Kontakt für den Flug über das Languedoc.

Mit dieser schönen PA-28 durften meine Frau und ich im Sommerurlaub in Béziers abheben. Nach einem kurzen Gespräch mit Rodolphe stellte sich heraus, dass auch er auf einer Zodiac gelernt hatte und danach den PPL gemacht hatte – inklusive Fluglehrerschein. Er ermutigte mich, auf dem linken Sitz Platz zu nehmen und die Pre-Flight-Checklist durchzugehen. Diese ähnelte schwer der unserer CH-601-XL, somit waren meine Vorbereitungen recht schnell erledigt.

Den Start durfte ich als „Flugschüler“ selbst durchführen, ebenso wie den Funk – was aufgrund der ständig anzutreffenden französischen Sprache recht ungewöhnlich war – aber auch das war zu schaffen. Ein PDF mit den französischen Begriffen für den Platzrundenverkehr lasse ich euch gerne zukommen.

 

Neben dem GA-Traffic waren auch zwei Airbus A-320 mit am Platz stationiert, die im Linienflug nach Düsseldorf unterwegs waren. Diese waren aber schon in der Luft, nachdem ich die Checkliste abgearbeitet hatte.

Direkt nach dem Start flogen wir nach rechts, um über den Golfe du Lion zu fliegen – mit dem Fort de Brescou, das ich als kleiner Junge schon besucht hatte.

 

Es war erhebend für mich, alles, was ich als kleiner Bub schon von unten sehen haben durfte, nun auch mal von oben zu sehen  - ein Moment, der bis heute Gänsehaut erzeugt.

 

Wir flogen der Mittelmeerküste entlang bis Perpignan, immer in maximal 1.000 ft über MSL – und die Eindrücke davon haben sich bis heute in mein Gedächtnis gebrannt.

Die Stadt Sète war mir schon als Sechsjährigem ein Begriff und blieb mir in Erinnerung – und aus der Luft bestätigte sich dieser Eindruck. Der Hügel von Sète ist auch auf diesem Bild in knapp 50 km Entfernung zu sehen.

Die Landung auf dem Flughafen Béziers war allerdings etwas holprig: Nachdem wir die Freigabe zur Landung auf der 10 bekommen hatten, setzte ich die Landeklappen entsprechend und reduzierte die Anfluggeschwindigkeit entsprechend des Flughandbuchs. Während wir auf die Landebahn anflogen gab es einen Schlag am Flugzeug: Das Fahrwerk war wohl beschädigt worden. Nach Rücksprache mit dem Turm gab es Entwarnung, dass das Fahrwerk trotz Beschädigung sauber ausgefahren sei. Daher landete ich die Piper mit einem weichen Touchdown und einer süffisanten Bemerkung meines Fluglehrers, dass meine Ausbildung sehr gründlich gewesen sei, auf dem Flughafen Béziers. Bei der nachträglichen Inspektion wurde klar, dass der Schlag durch einen Vogel am rechten Fahrwerkskbein verursacht wurde – dieser hatte dabei leider sein Leben gelassen und wurde auf der Landebahn vorgefunden.

Die Fliegerkollegen in Frankreich sind zu jeder Zeit hilfsbereit und zuvorkommend. Es ist allerdings angebracht, die Landessprache – jedenfalls zu einem gewissen Teil – zu sprechen und zu verstehen.

Das Fliegen in Frankreich unterliegt anderen Regularien wie in Deutschland – ist aber nicht schwieriger als bei uns.

 

Alles in Allem kann ich den Flug im Languedoc und vor allem in Frankreich nur empfehlen, die Natur und die Eindrücke sind unbeschreiblich. Wie überall in Frankreich sind allerdings die Lufträume limitierend – was das angeht, meldet euch einfach unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, gerne auch bei weitergehenden Fragen.