Zell am See

Unsere Husky hat einen neuen Motor bekommen und braucht nun etwas Bewegung, um wieder völlig einsatzbereit zu sein.

Wir haben uns deshalb geopfert und in kleiner Runde einen Ausflug nach Zell am See gemacht.

Der Flug führte auf direktem Wege über Ulm, Ammersee, Starnberger See, Tegernsee, Schliersee durch die Täler bei Kufstein weiter nach Zell am See. Die häufigen, tiefen Wolken konnten leicht umflogen werden, so dass der Anflug nach Zell am See trotzdem möglich war.

 

Hier sind einige Impressionen der ersten Tour aus 2016.

 

  • Zell am See

    Bilder vom Flug
  • Wohin fliegen Sie denn ? Flugvorbereitung auf dem Nortel
  • Husky steht zufrieden in mitten des herrlichen Alpenpanoramas.
  • Anflug auf Zell am See
  • Zell am See Turm
  • Die Cessna hat es auch geschafft ...

 

 

Eigentlich war meine Flugplanung vom letzten Wochenende, einen Drei-Fluß-Täler-Flug zu machen, nämlich das Neckar-Rhein-und Mosel-Tal entlang zu fliegen, denn allein zwischen Mainz und Koblenz gibt es über 40 Burgen zu sehen und im Mosel-Tal liegt die schöne Burg-Eltz, man kennt sie noch gut vom früheren 500 DM-Schein her.

 

Die Burg Eltz ist seit etwa dem Jahre 1200 in Familienbesitz, aktueller Burgherr ist der in 1948 geborene Karl Graf von Eltz

Aber, dann kam am Dienstag der Anruf von Klaus, ob ich bei dem schönen Hochdruck-Wetter nicht mit an den Gardasee fliegen möchte. In ganz Italien ist schönes Frühlingswetter und eine Alpenüberquerung sei wetterbedingt problemlos möglich. Nun ja, der Gardasee ist sowieso noch auf meiner vierstelligen 2015er Flug-Ziele-Liste drauf. Schnell noch ein paar Telefonate und dann stand fest, wir fliegen mit zwei DYNAMIC´s in Richtung Gardasee. Harald mit seiner DYNAMIC vom Übersberg hatte leider mal wieder keine Zeit. Klaus kam dann also mit seiner Wt9 und Anton als Co. kurz in Donzdorf vorbei, Volker und ich waren mit unserer Wt9 schon startbereit. Unser Südkurs mit anfänglich 155 Grad führte uns direkt über die CTR Memmingen (mit dortiger Kontaktaufnahme) in Richtung Reutte und das Ötz-Tal entlang über das Timmels-Joch

 

Klaus flog voraus, denn er kannte diese Route schon, die uns nach zwei Stunden nach VERONA führen sollte. Nach etwa 1 ¼ Stunden erreichten wir das Passer-Tal und waren über Meran. Von dort aus sieht man die Autobahn in Richtung Bozen und Trento, und eigentlich auch die restlichen 25 km bis zum Gardasee.

 

Aber, wider Erwarten sahen wir diese letzte Etappe leider nicht. Eine großflächige dichte Nebel-Wolke hielt sich nicht nur in den Tälern festgekrallt, sondern die allgemeine Sicht wurde zusehens dunstiger. Was nun ? Vorsichtshalber hatten wir bereits bei der Flugplanung vorgesehen, daß wir in diesem Fall ganz einfach mit Kurs nach Osten, die Dolomiten entlang fliegen würden. Gesagt, getan. Auf unserer Bord/Bord-Frequenz waren wir uns sofort einig, die Route dahingehend zu ändern und nach den Dolomiten bis St.Johann/Tirol fliegen LOIJ werden. So flogen wir, linker Hand die Wilde Kreuzspitze und den Hochgall, rechter Hand den Langkofel, Monte Cristallo und die drei Zinnen, das Grödnertal entlang bis Lienz.

Von Lienz aus ginge wir dann auf Nordkurs das Tauerntal entlang, rechts neben uns der Großglockner und links der Großvenediger. Eine grandiose Schau. Jetzt noch kurz bei Mittersill über den Pass Thurn und direkt über Kitzbühl. Rechts war auch schon das Kitzbühler Horn mit der berühmten Ski-Abfahrt „die Streif“ und schon lag um die Ecke der Flugplatz St.Johann LOIJ vor uns.

 

Die Nord-Ost-Platzrunde führt uns tief und dicht am Hang entlang. Die freundliche Tiroler Begrüßung tröstete uns nur gering über die 15.-€ Landegebühr hinweg. Nach dem Abstellen der Flugzeuge gingen wir zu Fuß ins nahe Dorf zum Mittagessen. LOIJ hat sowieso zwischen 11:30 und 14:00 Uhr „Flugpause“. Die ansässige Fliegerwirtschaft hatte leider gerade vor zwei Tagen ihren Urlaub begonnen

 

Nach dem Mittagessen noch eine kurze Weiterflug-Routen-Besprechung und so flogen wir am Wilden Kaiser entlang (bekannt durch die Fernseh-Serie „der Bergdoktor“) über Elmau und Kufstein in Richtung Zugspitze.

Einige Kilometer vor der Zugspitze wurde die Flugsicht deutlich dunstiger und so entschlossen wir uns westlich vom Tegernsee, in Richtung Starnberger See auf Heimatkurs zu gehen. Nach einer Gesamtflugzeit von ca. vier Stunden war dieser schöne Alpen-Rundflug dann auch schon zu Ende.

Und wie geht es weiter ?

  • Der Drei-Fluß-Täler Flug Neckar-Rhein-Mosel
  • Der Gardasee
  • Die Loire-Schlösser in Frankreich mit Quiberon/Atlantik und Bordeaux
  • Der Ostsee-Nordseeflug mit Insel Rügen und Helgoland

 

all dies wartet in 2015 noch auf uns.

(c)März 2015 by Werner Hahn

Kroatien 2013

 

Endlich Kroatien - Was lange währt, wird endlich gut!

Schon im Jahr 2012 geplant, wegen nicht fliegbarem Wetter dann leider auf 2013 verschoben - aber endlich konnten wir unseren Flug im Juli 2013 durchziehen! Unsere beiden "Arbeitstiere" waren Susannes Cessna 152 (Baujahr 1962 - und damit deutlich älter als die Pilotin!) und unsere vereinseigene Zenair Zodiac CH 601. Die Flugplanung vom Vorjahr wurde den aktuellen Wettergegebenheiten angepasst und schon ging es los. Die erste Etappe vom Nortel mit Kurs 125° und 140 NM ging schnurstracks geradeaus, dann via Mittersill vorbei am Großglockner nach Lienz. Da die Wolkenuntergrenzen in den Alpen leider nicht allzu hoch waren, mussten wir bei Mittersill entsprechend terrestrisch navigieren, um in das richtige Tal - unserer Route entsprechend - einzufliegen.

Susanne und Ebbe bei der Flugplanung
Susanne und Ebbe bei der Flugplanung

In Lienz ergänzten wir dann unseren Kraftstoffvorrat, es folgte eine kurze Zollabfertigung und die Aufgabe des notwendigen Flugplanes. Die Zollabfertigung bestand lediglich darin, ca. einer Stunde zu warten, bis endlich ein Gendarm kam und unsere Personalausweise kontrollierte - lediglich Franz zeigte stattdessen seinen Führerschein. Der österreichische Gendarm hatte das allerdings gar nicht bemerkt, und Franz erst, als er seinen Führerschein wieder verstaute. So wissen wir wenigstens fürs nächste Mal, dass auch ein Führerschein reicht :-)

Hans am Steuer der D-MAAO
Hans am Steuer der D-MAAO

 

Dann ging es weiter via Nötsch mit Flugplan zu unserem Österreich/Slowenien grenzüberschreitenden Pflichtmeldepunkt "NIPEL". Von hier aus durch Slowenien via BLED, DIVICA vorbei an PORTOROZ und POREC nach Vrsar an der Adria. In Vrsar, welches unsere nördlichste Landung in Kroatien war, riss bei der Landung der Bugrad-Ferderungsgummi der Zodiac ab.

Reparatur am Bugrad-Gummi
Reparatur am Bugrad-Gummi

 

Na bravo, und das bei ca. 32° C. Heinz Hartmüller sei Dank, dass er uns Tage zuvor bei der Flugvorbereitung der Zodiac-Crew eben einen solche Gummi, für alle Fälle, in die Hand drückte. 

Somit war uns jedenfalls die Ersatzteilbeschaffung, welche sicherlich zwei Tage gekostet hätte, erspart geblieben. Drei Stunden später konnten wir, nach erfolgreicher Reparatur, zu unserem ersten Etappenende Pula Medulin weiterfliegen. 

 

Am zweiten Tag unseres Ausflugs sollte es dann zu unserem südlichsten Ziel nach Dubrovnik gehen. Vorher musste noch Sprit für die Flugzeuge von der nächsten Auto-Tankstelle geholt werden. Da die Leute auf dem kleinen Flugplatz Medulin unheimlich nett und hilfsbereit sind, stellte dies überhaupt kein Problem dar. Nur noch kurz den Flugplan per Telefon aufgeben und schon konnte es weiter gehen.

 

Die Inseln der kroatischen Küste
Die Inseln der kroatischen Küste

 

Die VFR-Route „ADRIA 1“ führt entlang der kroatischen Küste, teilweise über dem offenen Meer, mit einem tollen Ausblick auf die kroatische Inselwelt.

Nach 3 Stunden nonstop Flug kamen wir dann nachmittags auf dem Dubrovnik International Airport an. Die Länge der Landebahn maß immerhin 3.300 m. Dort wurden wir nach der Landung mit einem "Follow-Me-Kartoffelkäfer" abgeholt und zur Parkposition gebracht. Wir ließen unsere Flugzeuge gleich wieder für den nächsten Tag betanken. Dieses Mal kam ein Tankwagen mit AVGAS.

 

 Anflug auf Dubrovnik
Anflug auf Dubrovnik

 

Wir wurden auf dem Vorfeld mit einem Kleinbus abgeholt und zum Ausgang gebracht: International Airport eben. Im Flughafengebäude machten wir dann ein Hotelzimmer in der Nähe der Altstadt ausfindig und fuhren, etwas durstig, mit dem Taxi dort hin. Nach einem kurzen Fußmarsch ließen wir es uns in der Altstadt bei Fischplatten, Garnelen und Tintenfisch mit Wein und Bier richtig gut gehen.

 

Auch das Bier war lecker...
Auch das Bier war lecker...

 

Am dritten Tag vormittags planten wir den Rückflug zur Insel Losinj mit Zwischenstop in Hvar auf der Insel Hvar. Wieder Flugplanung, Wetterbriefing, Flugplan aufgeben. Diesmal gleich zwei Flugpläne wegen dem Zwischenstopp.

Nach dem Start in Dubrovnik führte die Route zunächst Richtung Westen über das offene Meer, dann wieder Richtung Norden, ein Stück entlang der „ADRIA 1“ weiter über die „ADRIA 4“ und nach ca. 110 NM nach Hvar.

 

Tanken ohne Tankstelle...
Tanken ohne Tankstelle...

 

In Hvar angekommen waren wir etwas überrascht. Eigentlich wollten wir dort etwas essen und trinken. Aber es gab dort einfach nichts, nicht einmal Leute. Es standen wohl ein paar schöne Flugzeuge auf dem Abstellplatz, aber ansonsten einfach nichts. Nur eine kleine Holzbaracke, die verschlossen war, und einen mit Planen überdachter Platz, um dort Fallschirme zu packen - das einzige, was an Zivilisation erinnerte. Der nächste Ort erschien uns ein paar Kilometer entfernt. Wir hatten dann eben nur ein paar selber mitgebrachte Kekse zu essen und unser selbst mitgebrachtes warmes Wasser zu trinken.

Immerhin hatten wir sonnige Temperaturen mit weit über 30°. Trotzdem hielten wir uns dort eine ganze Weile auf und hatten unseren Spaß. Wir bewunderten dort auch das "Fliegen ohne Flugleiter" in/auf Hvar. Wir hatten uns beim Streckenlotsen vor der Landung einfach abgemeldet, dieser nannte uns dann noch eine Frequenz , bei der wir uns nach dem Start wieder melden sollten, und das war es dann. Trotz Flugplanzwang und fester VFR-Routen gibt es simple Landeplätze in der "Pampa", auf denen man einfach so, ohne Flugleiter, landen und starten kann. Toll! Da könnte man sich in Deutschland eine Scheibe davon abschneiden.

Die D-MAAO im Flug
Die D-MAAO im Flug

 

Die nächste Etappe führte uns zu unserem dritten Tagesziel, die Insel Losinj. Auf Losinjangekommen, versorgten wir zuerst wieder unsere Flugzeuge mit Sprit und Öl und banden die Flugzeuge fest.

Zufälligerweise trafen wir dort auf dem Vorfeld wieder den freundlichen Piloten, welcher uns inMedulin bei der Beschaffung von Benzin behilflich war. Diesmal war er uns bei der Beschaffung von Zimmern behilflich. Immerhin befanden wir uns in der Hauptferienzeit in einem beliebten Urlaubsziel.

Eine nette Ferienwohnung war gefunden und wir hatten auch noch Zeit, endlich ein erfrischendes Bad in der Adria zu genießen. Dann natürlich wieder mediterrane Küche, Fischplatte etc..

Am nächsten Tag früh morgens gingen Susanne und Hans nochmals ans Meer zum Baden, Ebbe und Franz zogen das Duschen vor. Dabei wird man genauso nass und man muss hinterher nicht Duschen ;-) 

Dann Planung des Heimflugs, zurück zum Nortel, Frühstück und per Taxi zum Flugplatz. Dort am Eingang kontrollierte ein kroatischer Polizist die Ausweise, Franz zog wieder seine Nummer mit dem Führerschein ab. Es klappte auch dort. Keiner weiß warum.

Man könnte jetzt den Witz erfinden: Was haben ein österreichischer und ein kroatischer Polizist gemeinsam? Sie können einen EU-Führerschein von einem EU-Personalausweis nicht unterscheiden!

Caution - Wake turbulences!
Caution - Wake turbulences!

Der Rückflug ging dann wieder über Slowenien auf der vorgegebenen VFR-Route über „NIPEL“ bzw. Karawanken, nach Österreich, vorbei an Villach, Millstätter See, über den Katschbergpass, westlich vorbei am Radstädter Tauern nach Zell am See.

Da wir uns vor dem Abflug auf Losinj nicht extra in Zell am See zwecks Zollformalitäten angemeldet hatten, waren wir nach der Landung für den Weiterflug für zwei Stunden „gegroundet“. Und das, obwohl wir einen Flugplan aufgegeben hatten und die Weiterleitung dessen auch in Zell am See angekommen war. Bei der Einreise in Kroatien drei Tage vorher gab es diese Probleme nicht. EU ist wohl eben nicht EU. Also mussten wir zwei Stunden in Zell bleiben und auf den nach der Landung verständigten Zoll warten. Nach Aussage des Flugleiters ist das wohl so Vorschrift und er dürfe uns vorher nicht abfliegen lassen. Noch so nebenbei sagte der Flugleiter "der Zoll würde jedoch so gut wie nie kommen". Wir haben dann eben zu Mittag gegessen und warteten ab. Der Zoll kam tatsächlich nicht. Schade, Franz hätte gerne nochmals seinen Führerschein gezeigt.

Die Wetterprognose enthielt nun mögliche Gewitter im Raum Stuttgart/Schwäbische Alb für unsere Ankunftszeit parat. Nach dem Start in Zell flogen wir direkt Kurs Nortel. Kurz vor Ulm sah es Richtung Albkante wettermäßig nicht gut aus. Wir Funkten FIS Langen auf 128,95 MHz an und fragten nach dem Wetter. Die Info enthielt genau das was dort auch schon geschah, heftige Gewitter mit extremem Hagel - genau der, der für die Millionenschäden in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Göppingen verantwortlich war. Also 15 Minuten vor erreichen des Nortel mussten wir abdrehen und wollten mit westlichem Kurs nach Mengen. Es herrschten beste VMC, jedoch frischte der Wind stark aus Nord auf. Und zwar so stark, dass Mengen nur mit einer extremen Hundekurve zu erreichen gewesen wäre. Eine Landung in Biberach erschien naheliegend, weil wir uns bereits über dem Platz befanden. Doch der stramme Nordwind ließ eine Landung nicht zu. Also weiter fliegen Richtung OSO nach Tannheim. Dort war es so gut wie windstill, und wir konnten sicher landen.

"Chillen" bei sommerlichen Temperaturen in Kroatien

 

An einen Weiterflug zum Nortel war an diesem Tag nicht mehr zu denken, und so beschlossen wir, inTannheim zu übernachten. Am nächsten Morgen um 09:00 flogen wir dann zurück zum Nortel.

Somit beendeten wir einen tollen "Ausflug" nach Dubrovnik und zurück. Wir sammelten unheimlich viele Eindrücke, Erfahrungen und hatten viel Spaß dabei.

Die gesamte Flugstrecke betrug ca 1.200 NM mit einer Flugzeit von ca. 16 Stunden in 4 Tagen.

"Wir", das sind: Susanne Hetterich, Ebbe Kollmar, Hans Schmid und Franz Nauert

(C)opyrights:  Text: Franz Nauert - Lektorat: Tobias Marx

Bilder: Franz Nauert, Eberhard Kollmar, Susanne Hetterich, Hans Schmid